„Ich konnte sie selbst nicht dort platzieren. Aber ich wusste, dass Sie als Einziger die alten Wartungsschächte kontrollieren.“
Ein Plan gegen die Zeit
David wollte sofort Hilfe holen. Paul hielt ihn am Arm zurück.
„Nicht mit Ihrem Telefon. Clara überprüft die Geräte der Mitarbeiter.“
In diesem Moment hörten sie Schritte im Keller.
Clara Weiss rief Davids Namen. Ihre Stimme klang freundlich, beinahe besorgt.
„Sind Sie dort unten? Die Tür zum alten Flügel ist abgeschlossen. Das ist kein sicherer Bereich.“
Paul wurde blass.
David nahm den Stapel Briefe und steckte ihn unter seine Jacke. Dann führte er den alten Mann durch einen zweiten Gang, der laut Bauplan zu einem stillgelegten Lastenaufzug führte.
Doch der Aufzug bewegte sich nicht.
Die Schritte kamen näher.
„Sie wissen jetzt, dass ich hier bin“, flüsterte Paul. „Wenn sie mich in ein Krankenhaus bringen, werde ich wieder als nicht zurechnungsfähig eingestuft.“
David sah auf den Messingschlüssel. Am Ende des Ganges befand sich eine schmale Metalltür mit einer eingravierten Sieben.
Der Schlüssel passte.
Hinter der Tür lag kein Ausgang, sondern ein alter Archivraum. An den Wänden standen Dutzende Kartons. Jeder war mit einem Namen, einem Geburtsdatum und einer Zimmernummer beschriftet.
David zog den erstbesten Karton heraus. Darin lagen Kopien von Vollmachten und Kontoauszügen. Die Unterschriften mehrerer Bewohner sahen identisch aus.
Obenauf lag eine Liste mit den Namen der Personen, die am nächsten Morgen „verlegt“ werden sollten.
Paul erkannte den ersten Namen.
„Das ist Frau Neumann. Sie hat keine Familie. Wenn sie verschwindet, merkt es niemand.“
Die Tür ging auf
David wusste, dass sie nicht länger nur Beweise sammeln konnten. Clara hatte wahrscheinlich bereits bemerkt, dass die Brieftasche fehlte. Wenn sie die Bewohner noch in derselben Nacht unter Druck setzte, würde der nächste Morgen zu spät sein.
