Der Millionär, den alle sterben sehen wollten

TEIL 5 – Die Frau im schwarzen Auto

Eine Stunde später hielt ein schwarzes Fahrzeug vor dem Haus.

Eine Frau stieg aus.

Sie war ungefähr fünfzig Jahre alt und trug einen dunklen Mantel.

Sie wurde von zwei Sicherheitsleuten begleitet.

Christopher kam sofort aus dem Haus.

„Was machen Sie hier?“

Die Frau zeigte einen Ausweis.

„Mein Name ist Evelyn Grant.“

Christopher wurde blass.

„Sie haben hier nichts zu suchen.“

„Das sehe ich anders.“

Sie betrat das Haus.

Ich stand im Flur und hielt Theodore im Arm.

Evelyn sah mich an.

„Sie sind Nora?“

Ich nickte.

„Ja.“

„Raymond hat mir von Ihnen erzählt.“

Ich war überrascht.

„Wann?“

„Vor drei Monaten.“

Christopher ging dazwischen.

„Mein Onkel ist nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen.“

Evelyn antwortete ruhig:

„Das wird ein Gericht entscheiden.“

Dann ging sie direkt zu Raymonds Zimmer.

Ich folgte ihr.

Raymond öffnete die Augen.

Als er Evelyn sah, begann er zu weinen.

Es waren die ersten Tränen, die ich bei ihm gesehen hatte.

Evelyn nahm seine Hand.

„Ich bin hier.“

Raymond schloss die Augen.

Dann sah Evelyn mich an.

„Haben Sie Beweise?“

Ich sagte nichts.

„Nora“, sagte sie ruhig, „wenn Sie wissen, was hier passiert, müssen Sie jetzt sprechen.“

Ich holte meinen Laptop.

Ich zeigte ihr das Video.

Dann spielte ich die Audiodatei ab.

Evelyn hörte schweigend zu.

Als die Aufnahme endete, sah sie mich an.

„Woher haben Sie das?“

„Von Raymond.“

Sie nickte.

„Dann ist die Sache klar.“

Doch Christopher stand plötzlich in der Tür.

„Nein“, sagte er.

„Das ist eine Fälschung.“

Evelyn drehte sich um.

„Dann können Sie das sicher erklären.“

Christopher schwieg.

„Wo ist Dr. Wallace?“

Keine Antwort.

„Rufen Sie ihn an.“

Christopher nahm sein Handy.

Er wählte eine Nummer.

Niemand ging ran.

Evelyn lächelte kalt.

„Interessant.“

Dann klingelte mein Handy.

Eine unbekannte Nummer.

Ich ging ran.

„Nora?“

Es war Dr. Wallace.

Seine Stimme zitterte.

„Sie müssen mir zuhören.“

„Wer sind Sie?“

„Ich habe einen Fehler gemacht.“

Ich sah Evelyn an.

„Welchen?“

„Ich habe nicht gewusst, wie weit Christopher gehen würde.“

Ich sagte nichts.

„Er hat mich erpresst.“

„Warum?“

„Weil ich Schulden habe.“

„Was haben Sie Raymond gegeben?“

Stille.

Dann sagte er:

„Ein Medikament, das ihn bewegungsunfähig gemacht hat.“

Evelyn schloss die Augen.

„Aber er war nie im Sterben?“

„Nein.“

Dr. Wallace begann zu weinen.

„Sein Zustand hätte sich verbessern können.“

Ich sah Raymond an.

Er hatte alles gehört.

Dann öffnete er die Augen.

Und zum ersten Mal seit Monaten bewegte er seinen Arm.

Nur wenige Zentimeter.

Aber er bewegte ihn.



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