Er antwortete nicht.
Ich betrachtete die Unterschriften.
Plötzlich fiel mir etwas auf.
Das Kaufdatum.
Es war fast drei Wochen vor Lars’ Tod.
Ich sah zu Leif.
„Das ist unmöglich.“
Er erstarrte.
Ich hielt das Dokument hoch.
„Hier steht ein Datum.“
Er sagte nichts.
„Die Wohnung wurde gekauft, bevor Lars gestorben ist.“
Stille.
Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug.
„Warum hast du eine Wohnung für Yvonne gekauft, bevor ihr Mann gestorben ist?“
Leif nahm mir das Dokument aus der Hand.
„Du verstehst das nicht.“
„Dann erklär es mir.“
„Es gab Gründe.“
„Welche Gründe?“
„Das kann ich dir nicht sagen.“
Ich stand langsam auf.
„Dann gehe ich zur Polizei.“
Leif packte meinen Arm.
Ich sah auf seine Hand.
Er ließ mich sofort los.
Zum ersten Mal sah ich Angst in seinen Augen.
Nicht Wut.
Angst.
Eine Wahrheit, die niemand erzählt hatte
Am nächsten Morgen ging ich zu meinen Eltern.
Ich erzählte ihnen alles.
Meine Mutter weinte.
Mein Vater sagte lange nichts.
Dann stand er auf.
„Wir gehen zur Polizei.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Noch nicht.“
„Warum?“
„Weil etwas nicht stimmt.“
Ich zeigte ihm die Kaufurkunde.
Mein Vater las sie.
Sein Gesicht wurde ernst.
„Das Datum.“
„Genau.“
„Die Wohnung wurde vor Lars’ Tod gekauft.“
Meine Mutter sah mich an.
„Vielleicht wusste Leif, dass Lars sterben würde?“
Ich bekam eine Gänsehaut.
„Das glaube ich nicht.“
„Warum nicht?“
„Weil das bedeuten würde, dass er etwas Schreckliches wusste.“
Mein Vater sah mich an.
„Oder etwas Schreckliches geplant hatte.“
Ich wollte diesen Gedanken nicht zulassen.
Leif mochte ein schlechter Ehemann sein.
Er mochte mich belogen haben.
Er mochte Yvonne noch lieben.
Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass er etwas mit dem Tod seines Kameraden zu tun hatte.
Doch dann sagte mein Vater:
„Wir müssen herausfinden, warum die Wohnung vor dem Tod gekauft wurde.“
