Bei der Testamentseröffnung klingelte das Telefon des Verstorbenen – und alle hörten seine Stimme

Helena öffnete die Festplatte. Darauf befanden sich Scans von Rechnungen, E-Mails und Aufnahmen aus dem Arbeitszimmer. Die jüngste Datei war zwei Tage vor dem Unfall erstellt worden.

Sie zeigte Viktor an seinem Schreibtisch. Er sah erschöpft aus, aber seine Stimme war klar.

„Adrian hat die Firma über Jahre ausgeplündert“, sagte er in die Kamera. „Ich habe es zu spät bemerkt. Als ich ihn zur Rede stellte, drohte er, Helena alles anzulasten. Er hat Dokumente mit ihrer Unterschrift vorbereitet.“

Helena starrte auf den Bildschirm.

In einem Ordner fand sie tatsächlich mehrere Verträge mit ihrer Unterschrift. Die Signatur sah echt aus. Doch sie wusste sofort, dass sie niemals einen Kredit für die Firma unterschrieben hatte.

Viktors Aufnahme lief weiter.

„Ich habe Baumann die Originale gegeben. Wenn mir etwas passiert, muss Helena erfahren, dass ich sie nicht enterben wollte. Ich wollte sie schützen.“

Adrian ging plötzlich zur Festplatte und riss das Kabel aus dem Gerät.

„Das ist manipuliert!“

Herr Baumann stellte sich zwischen ihn und Helena. „Fassen Sie nichts weiter an.“

Der Anruf, der alles veränderte

In diesem Augenblick klingelte das schwarze Telefon erneut.

Alle im Raum erstarrten.

Helena nahm den Hörer ab.

Diesmal hörte sie keine vorbereitete Nachricht. Nur Atemzüge.

Dann sagte eine fremde Männerstimme: „Wenn Sie die Aufnahmen gefunden haben, wissen Sie noch nicht, was in der Nacht auf dem See passiert ist.“

Helena drückte den Hörer fester ans Ohr.

„Wer sind Sie?“

„Jemand, der Viktor am Ufer gesehen hat.“

Adrian sprang vor und wollte ihr den Hörer entreißen. Helena wich zurück.

Die Stimme fuhr fort: „Ihr Vater war nicht allein auf dem Boot.“

Dann brach die Verbindung ab.

Herr Baumann rief sofort die Polizei. Adrian blieb reglos stehen, während draußen ein Wagen vor dem Haus hielt. Zwei Ermittler betraten wenig später das Arbeitszimmer und beschlagnahmten die Unterlagen.