Die Pianistin brach mitten im Konzert ab – und nannte den Namen, den alle vergessen wollten

Dann hörten sie über sich Schritte. Mehrere Menschen bewegten sich auf der Bühne. Eine Männerstimme sagte, dass die Polizei bald eintreffen werde. Eine andere Stimme antwortete, dass Amelie das Gebäude nicht verlassen dürfe, bevor sie das Blatt herausgegeben habe.

Juna fand an der hinteren Wand einen schmalen Spalt. Dahinter lag ein alter Wartungsschacht, der direkt unter die Bühne führte.

Amelie steckte das Blatt in ihre Jacke.

„Wir gehen“, sagte sie.

Über ihnen begann jemand, gegen die Tür zu schlagen.

Amelie kroch als Erste in den dunklen Schacht. In ihrer Hand hielt sie die Kassette, in ihrer Tasche die einzige Spur zu einer Mutter, die sie für verloren gehalten hatte.

Als das Holz hinter ihr splitterte, hörte sie Viktor Halberg ihren Namen rufen.

Und dann sagte er einen Satz, der bewies, dass Clara Winter möglicherweise noch am Leben war.

Amelie blieb im Dunkeln stehen.

Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit wusste sie nicht, ob sie der Wahrheit näherkam – oder direkt in die nächste Lüge lief.