Es war kein glückliches Lachen.
Es war das Lachen eines Menschen, der nach Jahren endlich versteht, warum alles keinen Sinn ergeben hatte.
Sie hatten meine Existenz gelöscht.
Meine Familie hatte Elin erzählt, dass ich in Göteborg gelebt hatte.
Später hatten sie daraus eine endgültige Geschichte gemacht.
Ich war angeblich gestorben.
Vielleicht nach einem Unfall.
Vielleicht nach einer Krankheit.
Vielleicht hatte es nie eine genaue Geschichte gegeben.
Aber eines war sicher:
Ich war offiziell tot in der Welt, die sie Elin gezeigt hatten.
Ich nahm das gelbe Notizbuch
Ich ging nach oben.
Mein Zimmer sah fast genauso aus wie früher.
Aber ich fühlte mich dort nicht mehr zu Hause.
Ich öffnete meinen alten Schrank.
Ganz hinten lag mein gelbes Notizbuch.
Ich nahm es.
Hundertsiebenundachtzig Einträge.
Datum.
Uhrzeit.
Nachricht meiner Mutter.
Grund.
Manche Seiten enthielten nur einen Satz.
Andere waren voller Tränenflecken.
Ich packte das Notizbuch in meinen Koffer.
Dann nahm ich meine Medikamente.
Ein paar Kleidungsstücke.
Meine alten Fotos.
Und einen kleinen Gegenstand, den meine Großmutter mir als Kind geschenkt hatte.
Ich sah mich noch einmal im Zimmer um.
Dann schloss ich die Tür.
Diesmal nicht, weil meine Mutter es verlangte.
Sondern weil ich selbst ging.
Am nächsten Morgen
Um 7:12 Uhr klingelte mein Handy.
Meine Mutter.
Ich ging nicht ran.
Sie rief noch einmal an.
Dann kam eine Nachricht.
„Wo bist du?“
Ich antwortete:
„Dort, wo ich endlich sichtbar sein darf.“
Wenige Sekunden später klingelte das Telefon wieder.
Diesmal war es Erik.
Ich nahm ab.
Er sagte nichts.
Ich sagte:
„Seit wann bin ich tot?“
Stille.
„Viktoria…“
„Seit wann?“
Er atmete tief ein.
„Seit 2016.“
Ich schloss die Augen.
„Du wusstest es.“
„Ja.“
Das eine Wort tat mehr weh als alles andere.
„Warum?“
„Ich hatte Angst.“
„Wovor?“
„Vor Elins Familie. Vor dem, was sie denken würden.“
