„Und weil ihre Schuhe nass waren“, ergänzte ich.
Sofia sah mich an.
„Das war nicht so gemeint.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Doch. Genau so hast du es gesagt.“
Ich wollte keinen Streit.
Ich wollte Sofia nicht bloßstellen.
Aber ich wollte auch nicht mehr schweigen.
„Du hast das Recht, dein Auto zu schützen“, sagte ich. „Du hast das Recht zu entscheiden, wen du mitnimmst. Aber du hast nicht das Recht, danach so zu tun, als hätte ich dir etwas geschuldet.“
Sofia öffnete den Mund.
Doch bevor sie antworten konnte, kam Maja aus dem SUV.
Sie hatte offenbar die ganze Zeit dort gesessen.
Sie ging zu Elsa.
„Es tut mir leid“, sagte sie.
Elsa sah sie an.
„Wofür?“
„Für gestern.“
Dann begann Maja zu weinen.
„Ich wollte, dass du mitkommst. Mama hat gesagt, du machst das Auto schmutzig.“
Sofia schloss die Augen.
Zum ersten Mal sah ich, dass sie nicht wütend war.
Sie war beschämt.
Doch es kam noch etwas heraus
Ich dachte, damit wäre die Sache beendet.
Aber Frau Keller war noch nicht fertig.
Sie nahm einen weiteren Ausdruck aus ihrer Tasche.
„Es gibt noch etwas.“
Sofia sah sie erschrocken an.
„Was?“
Frau Keller hielt ein Blatt hoch.
„Du hast in deiner Nachricht geschrieben, dass Anna freiwillig zugestimmt hat, Maja jeden Morgen zu fahren.“
„Ja.“
„Und du hast geschrieben, dass ihr das untereinander so vereinbart habt.“
„Das haben wir doch!“
Frau Keller schüttelte den Kopf.
„Nein. Wir haben eine andere Version.“
Sie zeigte auf ihr Handy.
Eine andere Mutter hatte eine Nachricht von Sofia aus dem Vorjahr.
Damals hatte Sofia geschrieben:
„Anna rettet mir wirklich jeden Morgen den Tag. Ohne sie würde ich das alles nicht schaffen.“
Es war eine kleine Nachricht.
Aber sie zeigte etwas Wichtiges.
Sofia hatte sehr wohl gewusst, dass Anna ihr einen Gefallen tat.
