„Anders hätte das niemals getan.“
„Doch.“
„Er hat mir gesagt, dass dieses Haus für die Familie ist.“
Ich antwortete:
„Vielleicht meinte er damit die Familie, die er liebte.“
Helena sah mich an.
„Du undankbares Mädchen.“
Ich spürte, wie alte Wut in mir aufstieg.
Aber diesmal ließ ich sie nicht gewinnen.
„Ich war vier Jahre alt, als Papa mich nach Hause brachte. Ich habe nie darum gebeten, adoptiert zu werden. Ich habe nie darum gebeten, Teil eurer Familie zu sein. Aber ich habe vierundzwanzig Jahre lang versucht, mich so zu verhalten, dass ich eure Liebe verdiene.“
Meine Stimme zitterte.
„Und heute weiß ich, dass ich sie nie hätte verdienen müssen.“
Sofia begann zu weinen.
„Elin …“
Ich sah sie an.
„Du hast gestern gelacht.“
„Ich wusste nicht …“
„Das ist das Problem.“
Ich legte den letzten Brief meines Vaters auf den Tisch.
„Ihr wusstet nie genug über mich, um zu verstehen, wer ich bin.“
Kapitel 9 – Der letzte Schlag
Johan versuchte noch einmal, die Situation zu retten.
„Wir können über alles reden.“
Ich sah ihn an.
„Über was?“
„Über das Unternehmen.“
„Nein.“
„Elin, du verstehst die Konsequenzen nicht.“
Ich antwortete:
„Doch. Ich verstehe sie sehr gut.“
In diesem Moment klingelte Johans Telefon.
Er nahm ab.
Ich sah, wie sein Gesicht sich veränderte.
Er sagte kein Wort.
Dann legte er auf.
„Was ist passiert?“ fragte Sofia.
Johan setzte sich.
„Die Bank hat die Auszahlung gestoppt.“
Helena sah ihn an.
„Warum?“
„Sie haben die Unterlagen erneut geprüft.“
Er sah mich an.
„Jemand hat sie informiert, dass die Sicherheiten nicht uns gehören.“
Ich sagte nichts.
Viktor hatte seinen Teil getan.
Aber ich hatte ihn nicht gebeten, Johan zu zerstören.
Ich hatte ihn nur gebeten, die Wahrheit zu schützen.
Die nächsten Wochen waren hart.
Johan musste mehrere Projekte verkaufen.
Einige Geschäftspartner verklagten ihn.
Andere zogen sich zurück.
