Als ich von meinem Auslandseinsatz zurückkam, hatte meine Frau alle davon überzeugt, dass mein Vater dement sei

„Ich hatte keine Wahl.“

Ich nickte.

Aber in meiner Tasche lag ein kleiner Gegenstand, von dem Abigail nichts wusste.

Ein verschlüsseltes Speichergerät.

Darauf befanden sich Kopien von Unterlagen, die ich während meines Einsatzes erhalten hatte.

Unterlagen, die zunächst nichts mit Abigail zu tun zu haben schienen.

Doch wenige Tage vor meiner Heimreise hatte ich einen Anruf erhalten.

Von einem Mann namens Daniel Mercer.

Daniel war ein ehemaliger Geschäftspartner meines Vaters.

Er hatte mir nur einen Satz gesagt:

„Samuel, wenn du nach Hause kommst, unterschreib nichts.“

Ich hatte gefragt, warum.

Er hatte geantwortet:

„Weil jemand versucht, die Kontrolle über das Vermögen deines Vaters zu bekommen.“

Dann hatte er aufgelegt.


Was Abigail wirklich wollte

Mein Vater war nicht reich im klassischen Sinn.

Aber er besaß ein Unternehmen.

Ein kleines Logistikunternehmen, das er über Jahrzehnte aufgebaut hatte.

Außerdem gehörten ihm mehrere Grundstücke und ein Lagergebäude.

Ich hatte mich nie darum gekümmert.

Mein Vater hatte immer gesagt:

„Solange ich lebe, musst du dir darüber keine Sorgen machen.“

Doch während meines Einsatzes hatte sich offenbar etwas verändert.

Mein Vater hatte begonnen, Teile seines Vermögens neu zu ordnen.

Und Abigail wusste davon.

Mehr, als ich zunächst dachte.

In der Nacht tat ich so, als würde ich schlafen.

Abigail stand irgendwann auf.

Ich hörte ihre Schritte.

Sie ging nach oben.

Ich wartete.

Dann stand ich auf.

Ich folgte ihr nicht.

Stattdessen ging ich in ihr Arbeitszimmer.

Der Laptop war geöffnet.

Auf dem Bildschirm war eine Tabelle.

Darauf standen Namen.

Kontonummern.

Grundstücke.

Firmenanteile.

Und daneben Zahlen.

Ich fotografierte den Bildschirm.

Dann hörte ich Schritte.

Ich schloss den Laptop.

Als Abigail ins Zimmer kam, stand ich bereits im Flur.

„Was machst du hier?“ fragte sie.

„Ich konnte nicht schlafen.“

Sie lächelte.

„Du bist wahrscheinlich noch vom Einsatz erschöpft.“

„Ja.“

Sie ging an mir vorbei.

Ich sah ihr nach.