„Samuel. Ich bin so froh, dass du wieder zu Hause bist.“
„Ich auch“, antwortete ich.
Abigail legte eine Hand auf meinen Arm.
Dann hörte ich ein Geräusch aus dem oberen Stockwerk.
Ein dumpfer Schlag.
Dann noch einer.
Und plötzlich hörte ich die Stimme meines Vaters.
„Samuel!“
Ich erstarrte.
Abigail drückte meinen Arm.
„Reg dich nicht auf.“
Ich sah sie an.
„Warum ist mein Vater dort oben eingeschlossen?“
Sie antwortete ohne zu zögern.
„Zu seiner eigenen Sicherheit.“
Frau Gable nickte sofort.
„Deine Frau hat wirklich alles versucht.“
Ich sah sie an.
„Was ist passiert?“
Abigail seufzte.
„Dein Vater ist nicht mehr derselbe Mensch.“
Dann begann sie ihre Geschichte zu erzählen.
Er habe Namen vergessen.
Er habe nachts das Haus verlassen wollen.
Er habe sie beschuldigt, ihn zu bestehlen.
Er sei aggressiv geworden.
Er sei mehrmals gestürzt.
Einmal habe er angeblich sogar versucht, sie zu schlagen.
Sie sagte alles mit genau der richtigen Mischung aus Angst und Erschöpfung.
Und jeder, der sie hörte, hätte ihr geglaubt.
Ich auch.
Zumindest ließ ich sie das glauben.
Das Zimmer hinter der Tür
Sobald Frau Gable gegangen war, verschwand Abigail nach unten.
Ich wartete einige Sekunden.
Dann ging ich in ihr Schlafzimmer.
Ich kannte meine Frau.
Sie hatte immer einen Ersatzschlüssel im Schmuckkästchen aufbewahrt.
Ich öffnete es.
Der Schlüssel lag noch dort.
Ich nahm ihn.
Dann ging ich nach oben.
Vor der Tür meines Vaters blieb ich stehen.
Ich schloss auf.
Das Zimmer war dunkel.
Die Vorhänge waren geschlossen.
Die Heizung war fast heruntergedreht.
Mein Vater saß auf dem Boden neben einer dünnen Matratze.
Er war blass.
Sein Bart war ungepflegt.
Aber was mich wirklich erschütterte, waren seine Handgelenke.
Sie waren voller blauer Flecken.
Ich kniete mich neben ihn.
„Papa.“
Er sah mich an.
Und in seinen Augen lag keine Verwirrung.
Nur Erleichterung.
