Auf dem Heimweg dachte er über die Wohnung nach.
Er wollte sie.
Sehr.
Aber er wusste auch, dass noch jemand anderes kommen würde.
Der zweite Bewerber
Am nächsten Tag besichtigte ein anderer Mann die Wohnung.
Er war jünger.
Er verdiente deutlich mehr als Jonas.
Er hatte eine perfekte Bewerbungsmappe.
Seine Unterlagen waren vollständig.
Er arbeitete in einer großen Firma.
Auf dem Papier war er wahrscheinlich der bessere Bewerber.
Maria sprach lange mit ihm.
Danach saß sie allein in der Wohnung.
Sie ging ins Wohnzimmer.
Dann in die Küche.
Schließlich auf den Balkon.
Sie dachte an ihren Mann.
Dann dachte sie an Jonas.
Nicht an sein Gehalt.
Nicht an seine Schufa.
Nicht an die Anzahl seiner Dokumente.
Sie dachte daran, wie er auf dem Balkon gestanden hatte.
Er hatte nicht gefragt:
„Kann ich die Wohnung günstiger bekommen?“
Er hatte nicht gefragt:
„Kann ich die Küche herausnehmen?“
Er hatte nur gesagt:
„Hier könnte ich mich wirklich wohlfühlen.“
Maria lächelte.
Dann griff sie zum Telefon.
Der Anruf
Jonas saß gerade im Büro, als sein Telefon klingelte.
„Frau Schneider?“
„Ja, Herr Weber.“
Sein Herz begann schneller zu schlagen.
„Ich wollte mich bei Ihnen melden.“
Jonas sagte nichts.
Maria fuhr fort:
„Ich würde Ihnen die Wohnung gerne vermieten.“
Jonas musste sich kurz konzentrieren.
„Wirklich?“
„Ja.“
Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
Sechs Monate.
Sechs Monate voller Absagen.
Und jetzt hatte er endlich eine Wohnung.
„Vielen Dank“, sagte er.
Maria lachte.
„Sie müssen sich bei mir nicht bedanken.“
„Doch.“
„Warum?“
Jonas antwortete:
„Weil Sie mir eine Chance geben.“
Maria schwieg kurz.
Dann sagte sie:
„Vielleicht brauchen wir beide diese Wohnung.“
Jonas verstand den Satz zunächst nicht.
Später würde er ihn verstehen.
Der Umzug
Drei Wochen später war es soweit.
Jonas hatte seine alte Wohnung fast vollständig leergeräumt.
Seine Freunde halfen ihm beim Umzug.
