Dann umarmte sie mich so fest, dass ich kaum Luft bekam.
„Es tut mir leid“, flüsterte sie.
„Wofür?“
„Dass du das sehen musstest.“
Ich hielt sie fest.
„Du musst dich nicht entschuldigen.“
Sie schüttelte den Kopf.
„Ich dachte, ich könnte es verstecken.“
„Warum hast du mir nichts gesagt?“
Sie sah mich an.
„Weil er mir eingeredet hat, dass niemand mir glauben würde.“
Das Leben, das Henrik kontrollierte
In den nächsten Stunden erfuhr ich Dinge, die mich schockierten.
Henrik hatte ihre Autoschlüssel genommen.
Emma war seit Monaten nicht mehr selbst gefahren.
Ihre Bankkarte funktionierte nicht mehr.
Ihr Gehalt ging auf ein gemeinsames Konto.
Henrik kontrollierte ihre Ausgaben.
Er hatte ihr Telefon überprüft.
Er hatte ihr sogar gesagt, sie brauche kein eigenes Handy.
„Wozu?“, hatte er gesagt. „Du hast doch mich.“
Aber Emma hatte längst aufgehört, sich als seine Ehefrau zu fühlen.
Sie fühlte sich wie eine Gefangene.
Die Drohung
Henrik behauptete gegenüber der Polizei, Emma sei psychisch instabil.
„Sie hat Probleme“, sagte er.
„Sie ist manchmal verwirrt.“
Emma senkte den Kopf.
Doch diesmal glaubte sie ihm nicht mehr.
Sie hatte mich.
Und sie hatte begonnen, sich selbst wieder zu glauben.
Dann sagte sie etwas, das selbst die Polizistin aufmerksam machte.
„Er hat eine Mappe.“
„Welche Mappe?“, fragte ich.
Emma schluckte.
„Eine Mappe mit Fotos. Nachrichten. Notizen.“
„Warum?“
„Damit er
