Auf ihren Unterarmen waren dunkle Flecken.
Unterhalb ihres Schlüsselbeins zeichnete sich ein weiterer Bluterguss ab.
Ich konnte kaum atmen.
Hinter ihr stand Henrik.
In seiner Hand hielt er einen Gürtel.
Er sah mich an.
Für einen Moment sagte niemand etwas.
Dann sagte Henrik:
„Was machst du hier?“
Ich sah meine Schwester an.
Emma sah mich nicht an.
Sie starrte auf den Boden.
Ich kannte diesen Blick.
Es war der Blick eines Menschen, der Angst davor hatte, was als Nächstes passieren würde.
Ich hätte Henrik am liebsten angeschrien.
Ich hätte ihm den Gürtel aus der Hand gerissen.
Aber irgendetwas in mir sagte, dass ich ruhig bleiben musste.
Denn Emma war noch in diesem Raum.
Und ich wusste nicht, was passieren würde, wenn ich ihn provozierte.
Also sagte ich nur:
„Leg den Gürtel weg.“
Henrik lächelte kalt.
„Du hast keine Ahnung, worum es geht.“
Ich sah Emma an.
Dann sagte ich:
„Emma… ich glaube, ich habe den grünen Schal vergessen.“
Ihre Hand erstarrte.
Der Schwamm fiel auf den Boden.
Sie hob langsam den Kopf.
Unsere Blicke trafen sich.
Und ich wusste sofort, dass sie verstanden hatte.
Ich ging – aber ich ließ sie nicht allein
Ich verließ das Haus.
Ich ging zurück zu meinem Auto.
Ich fuhr nur wenige hundert Meter weiter und parkte am Straßenrand.
Dann rief ich die Polizei.
„Meine Schwester ist in Gefahr“, sagte ich.
Ich erklärte ihnen alles.
Die sichtbaren Verletzungen.
Den Gürtel.
Die Angst in Emmas Gesicht.
Die Polizei stellte mir viele Fragen.
Ich beantwortete jede einzelne.
Wenige Minuten später sah ich zwei Polizeifahrzeuge vor dem Haus.
Ein Rettungswagen kam ebenfalls.
Ich blieb zunächst in meinem Wagen.
Dann öffnete sich die Haustür.
Emma kam heraus.
Neben ihr ging eine Polizistin.
Als Emma mich sah, begann sie zu weinen.
Sie lief zu mir.
