Testamente.
Aktien.
Und eine Klausel, die Mark offenbar übersehen hatte.
Wenn meiner Mutter etwas zustieß, ging ihr Vermögen nicht an ihre Pflegepersonen.
Es ging an mich.
Und wenn mir etwas zustieß …
ging es an meine Kinder.
Mark hätte keinen direkten Zugriff darauf gehabt.
Aber er wollte ihn.
TEIL 12
Am nächsten Abend traf ich Mark.
Nicht allein.
Die Polizei war in der Nähe.
Clara hatte alles vorbereitet.
Wir saßen in einem Restaurant.
Mark lächelte.
„Endlich können wir normal miteinander reden.“
Ich sah ihn an.
„Ja.“
Er nahm meine Hand.
Ich ließ es zu.
„Ich liebe dich, Elena.“
Ich sah in seine Augen.
„Du liebst mich?“
„Natürlich.“
„Und du würdest alles für mich tun?“
„Alles.“
Ich lächelte.
„Das ist interessant.“
Er runzelte die Stirn.
„Warum?“
„Weil du eine Lebensversicherung auf mich abgeschlossen hast.“
Sein Gesicht veränderte sich.
Nur für eine Sekunde.
Aber ich sah es.
„Was?“
„Mit dir als Begünstigtem.“
Er begann zu stottern.
„Das ist …“
„Eine Erklärung.“
„Ich wollte nur vorsorgen.“
„Für meinen Tod?“
Er sagte nichts.
Ich stand auf.
„Danke.“
„Wofür?“
„Für die Bestätigung.“
Dann ging ich.
TEIL 13
Mark wurde noch am selben Abend festgenommen.
Aber die Geschichte war noch nicht vorbei.
Die Ermittler fanden heraus, dass er bereits Monate zuvor versucht hatte, meine Unterschrift zu imitieren.
Er hatte Kredite aufgenommen.
Geld verschoben.
Dokumente gefälscht.
Und Versicherungen abgeschlossen.
Brenda wurde ebenfalls untersucht.
Heather kooperierte mit den Ermittlern.
Sie legte sämtliche Nachrichten vor.
Mark konnte sich nicht mehr herausreden.
TEIL 14
Meine Mutter blieb mehrere Wochen im Krankenhaus.
Als ich sie besuchte, war sie schwach.
Aber sie lächelte.
„Du hast es geschafft.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Wir haben es geschafft.“
Sie nahm meine Hand.
„Ich dachte, ich würde sterben, ohne dich noch einmal zu sehen.“
Ich begann zu weinen.
„Ich hätte früher kommen müssen.“
„Nein.“
Sie schüttelte den Kopf.
„Du hast gearbeitet, um mich zu retten.“
Ich küsste ihre Stirn.
„Jetzt bist du dran, zu leben.“
TEIL 15
Einige Monate später zog meine Mutter in eine betreute Wohnanlage.
Nicht in ein Pflegeheim.
In ein kleines, helles Apartment.
Mit großen Fenstern.
Pflanzen.
Büchern.
Und einem Balkon.
Ich besuchte sie jedes Wochenende.
Sie liebte es.
Eines Tages sagte sie:
„Weißt du, was ich am meisten bereue?“
„Was?“
„Dass ich dir beigebracht habe, immer das Beste in Menschen zu sehen.“
