Aber es war ein Anfang.
In den folgenden Monaten hielt Ethan seine Versprechen. Er schrieb den Kindern, fragte nach ihren Interessen und drängte sie nicht zu einer Beziehung.
Noah antwortete nur gelegentlich. Sophie schickte ihm manchmal Bilder, die sie gemalt hatte.
Ethan begann außerdem, sich um seine rechtlichen und finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Kindern zu kümmern.
Ich bestand darauf, dass alle Vereinbarungen schriftlich festgehalten wurden.
Nicht aus Rache, sondern weil ich gelernt hatte, dass Vertrauen Zeit braucht und Verantwortung mehr bedeutet als schöne Worte.
Kapitel 9: Der Brief
Ein halbes Jahr nach der Gala traf ich Ethan in einem kleinen Café.
Er sah müde aus.
„Ich habe lange über die Vergangenheit nachgedacht“, sagte er.
Ich schwieg.
„Ich dachte immer, ich müsste erfolgreich sein, um glücklich zu werden. Ich wollte ein großes Unternehmen aufbauen und beweisen, dass ich etwas Besonderes bin.“
Er blickte auf seine Hände.
„Dabei habe ich Menschen verletzt, die mich wirklich geliebt haben.“
Ich sah ihn an.
„Du kannst die Vergangenheit nicht ändern.“
„Ich weiß.“
Er reichte mir einen Umschlag.
„Ich habe einen Brief geschrieben. Du musst ihn nicht beantworten.“
Zu Hause öffnete ich den Brief.
Ethan schrieb über unsere Hochzeit, unsere ersten gemeinsamen Jahre und die Versprechen, die er mir gegeben hatte.
Er schrieb, dass er damals Angst gehabt hatte, sein Unternehmen zu verlieren. Er hatte geglaubt, seine Karriere rechtfertige jedes Opfer.
Doch er hatte sich geirrt.
Am Ende stand ein Satz, den ich mehrmals lesen musste:
„Ich bitte dich nicht darum, mich wieder zu lieben. Ich bitte dich nur darum, mir eines Tages glauben zu können, wenn ich sage, dass ich meinen Fehler verstanden habe.“
Ich faltete den Brief zusammen.
Ich liebte Ethan nicht mehr so wie früher. Ich wollte unsere Ehe nicht wieder aufnehmen.
