Sie war nur wenige Stunden vor Rachels Tod aufgenommen worden.
Ihre Stimme war kaum hörbar.
„Sarah, wenn du das hörst, dann ist etwas passiert.“
Ich hielt den Atem an.
„Marcus weiß, dass ich die Unterlagen gefunden habe.“
Eine lange Pause.
„Er hat heute Abend gesagt, ich würde es bereuen, wenn ich zur Polizei gehe.“
Dann hörte ich Schritte.
Rachel flüsterte:
„Ich muss aufhören.“
Die Aufnahme endete.
Ich blickte Marcus an.
„Wann hast du Rachel zuletzt gesehen?“
„Um ungefähr zehn Uhr.“
„Und wann ist sie gestürzt?“
„Kurz danach.“
„Warum hast du der Polizei gesagt, dass sie allein auf der Treppe war?“
„Weil ich im Wohnzimmer war.“
Ich öffnete einen weiteren Beweis.
Es war ein Foto.
Die Treppe.
Darauf war ein kleiner schwarzer Fleck zu sehen.
Darunter hatte Rachel geschrieben:
„Die Kamera im Flur nimmt die Treppe auf.“
Ich sah Marcus an.
„Wo ist die Kamera?“
Sein Gesicht verlor jede Farbe.
Die verschwundene Kamera
Am nächsten Morgen rief ich die Polizei.
Ich erzählte ihnen alles.
Das Telefon.
Die Aufnahmen.
Die Kontoauszüge.
Die Drohungen.
Und die Kamera.
Die Ermittler gingen zu Rachels Haus.
Die Kamera war tatsächlich verschwunden.
Aber Rachel hatte nicht nur die Kamera fotografiert.
Sie hatte auch die Seriennummer notiert.
Die Polizei fand heraus, dass die Kamera am Morgen nach ihrem Tod auf einem Online-Marktplatz zum Verkauf angeboten worden war.
Das Gerät war unter einem falschen Namen eingestellt worden.
Doch die Seriennummer war eindeutig.
Und die IP-Adresse führte zu Marcus.
Er wurde noch am selben Tag befragt.
Er sagte, er habe die Kamera verkauft, weil sie kaputt gewesen sei.
Doch die Ermittler fanden die gespeicherte Speicherkarte.
Sie war beschädigt.
Aber nicht vollständig gelöscht.
Die Wahrheit auf der Speicherkarte
Ein Spezialist konnte einen Teil der Aufnahmen wiederherstellen.
Die Kamera zeigte die Treppe.
22:17 Uhr.
Rachel kam ins Bild.
