„Du weißt nicht, was du tust.“
„Doch.“
Ich zog mein Telefon heraus.
„Ich habe außerdem etwas aufgenommen.“
Sie sah mich an.
„Was?“
„Unser Gespräch von gestern.“
Ihre Augen wurden groß.
Ich spielte die Aufnahme ab.
Es war ihre Stimme.
Eine Stimme, die ich sofort erkannte.
Eine Stimme, die ich seit meiner Kindheit kannte.
Sie sagte:
„Du darfst nicht zurück zu Chloe. Sie wird dir alles wegnehmen.“
Dann hörte man meine Stimme.
„Warum hast du ihr nie gesagt, dass ich einen Sohn habe?“
Und dann ihre Antwort.
„Weil du ihn niemals kennenlernen solltest.“
Im Raum wurde es still.
Niemand sprach.
Meine Mutter sah mich an.
„Das war aus dem Zusammenhang gerissen.“
„Nein.“
Michael trat neben mich.
Er hatte einen Ordner in der Hand.
„Und das ist nicht alles.“
Meine Mutter wurde blass.
Die gefälschte Unterschrift
Michael legte die Kopie der Vollmacht auf den Tisch.
„Diese Unterschrift wurde zwei Tage nach Daniels Unfall geleistet.“
Ein Anwalt, der ebenfalls zu den Gästen gehörte, trat näher.
Er betrachtete das Dokument.
„Das ist eine notarielle Angelegenheit“, sagte er.
Michael antwortete:
„Dann sollte es kein Problem sein, die Originalunterlagen prüfen zu lassen.“
Meine Mutter schwieg.
Ich sah sie an.
„Du hast sieben Millionen Euro bewegt.“
„Das Geld war für die Stiftung.“
„Mit meinem Geld.“
„Ich habe dein Unternehmen gerettet.“
„Während ich im Krankenhaus lag?“
„Du warst nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen.“
„Also hast du für mich entschieden?“
„Ja.“
„Ohne meine Zustimmung?“
Sie schwieg.
Michael öffnete den Ordner.
„Und hier sind die Überweisungen.“
Eine nach der anderen.
Datum.
Betrag.
Empfänger.
Kontonummer.
Unterschrift.
Alles war dokumentiert.
Meine Mutter hatte geglaubt, Geld könne jede Spur verschwinden lassen.
Aber Geld hinterlässt Spuren.
Immer.
Die schlimmste Wahrheit
Ich dachte, ich hätte bereits alles erfahren.
Doch dann öffnete Michael einen letzten Umschlag.
„Es gibt noch etwas.“
„Was?“
